Donnerstag, 23. Juli 2009

Ausstellungsendspurts in München

Im August enden drei Ausstellungen in München. Am 2. August 2009 die Ausstellung „Starke Frauen“ in den Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz. Unabhängig vom Besuch ist ein Blick auf die online gestellte „kurze Einführung zur Sonderausstellung“ zu empfehlen, ein mit 17 Seiten ausführlich geratener Appetithappen.

Am 30. August sollen sowohl „Luxus und Dekadenz“ in der Archäologischen Staatssammlung München als auch „LAST EXIT MUNICH“ im Ägyptisches Museum München enden.

Für die Ausstellung Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze gibt es widersprüchliche Aussagen. Auf einer Anzeige in der aktuellen „in münchen“ steht bis 6.9.2009, auf der eigenen Website ist der 30.8.2009 als Ende angegeben.

Die Website der Archäologischen Staatssammlung enthält auch Hinweise zu den ebenfalls bald endenden Ausstellungen in Bad Königshofen („Zwischen Kelten und Germanen - Nordbayern und Thüringen im Zeitalter der Varusschlacht“, bis 13.9.2009), Neuburg („Zeitenwende im Alpenvorland“ bis 04.10.2009) und Aichach („Alles geritzt - Botschaften aus der Antike“ bis 25.10.2009). Meinen Bericht von der Ausstellung „Luxus und Dekadenz“ in der Archäologischen Staatssammlung findet sich hier .

Daß Peter Riedlberger in dem Telepolis-Artikel Tutanchamun in Kopie „LAST EXIT MUNICH“ überhaupt nicht erwähnt, wirkt ja schon etwas ignorant. Anderseits, wenn man das als Warnung nimmt, daß man eh nicht soviel mitbekommt, dann wären seine Empfehlungen für ferne Museen wie Kairo oder Turin mit vielen Exponaten ganz falsch, stattdessen sollte man lieber mehrfach in heimische Ausstellungen gehen.

Auch zum Ägyptischen Museum in München bietet sich zusätzlich eine Ausstellung in einem Zweigmuseum an. In Seefeld findet die Ausstellung „Freunde - Feinde - Fremde. Das Alte Ägypten und seine Nachbarn“ bis 30. November 2009 statt. Ebenso wie die Ausstellung „LAST EXIT MUNICH“ mit Leihgaben des Ägyptischen Museums Berlin. Meinen Beitrag vom April zu „LAST EXIT MUNICH“ und der Tutanchamun-Ausstellung findet sich hier.

Auf einige weitere, ebenfalls bald endende Ausstellungen bin ich via dem Terminkalender des „Antikefans“ Bernd Liermann gestoßen: Bis 31.08.2009 „OPUS CAEMENTITIUM - Neue Bautechniken der Römer“ in Günzburg. „Bevor die Römer kamen - Späte Kelten am Bodensee“ bis 4.10.2009 im Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz. Ebenfalls bis 4.10.2009 „Rasna – Die Etrusker“ in Passau.

Das noch passabel für eine Auto-Tagesfahrt erreichbare Bregenz liegt auf halber Strecke zur Keltischen Kunst in Bern. Wenn man so eine lange Fahrt investieren will, dann böte sich auch „Das Gold der Steppe“ von Skythen und Sarmaten bis 26.10.2009 in der Kunsthalle Loeben und die beiden Ausstellungen „Verwandelte Götter - Antike Skulpturen des Museo del Prado zu Gast in Dresden “ bis 27.09.2009 und „Schaufenster Archäologie - Kelten und Germanen an der Elbe“ bis 22.12.2009 in Dresden an.

Dienstag, 21. Juli 2009

Varus' untergegangene Legionen

Ein paar Links zu der im letzten Beitrag empfohlenen Fernsehsendung über die nachgestellte Varusniederlage bei den „Römer- und Germanentagen“ in Kalkriese 2009.

Vielleicht geht es manchem von Ihnen so wie mir, der mal vor Jahren einen Film über die Alpenüberquerung von Marcus Junkelmann und Begleitern in römischer Legionärsausrüstung gesehen und dann nur sehr wenig von der sich entwickelnden Szene mitbekommen hat.

Das mit Marcus Junkelmann lief unter dem Begriff „Experimentelle Archäologie“. Die über die Vorbereitung des Ereignisses in Kalkriese Auskunft gebende Seite von Comitatus verwendet die Bezeichnung „Szenische Kampfdarstellungen“, an der „Reenactmentgruppen“ teilnehmen. Näheres zu Begriffen wie „Reenactment“ (Wiederaufführung, Nachstellung), „Living History“ oder „Histotainment“ wieder in der Wikipedia.

Das umfangreiche Programm an Vorführungen ist auf dieser Seite der „VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land GmbH“ zu finden. Auf derselben Website gibt es auch eine Bilder-Galerie von den „Römer- und Germanentagen“.

Wegen den vielen Teilnehmern dürften sich zahlreiche weitere Bilder im Internet finden lassen. Ich will hier noch auf diejenigen von Jacques Maréchal verweisen (auf die Bilder bin ich via einem Link im Blog „Geschichte und so Zeugs“ von Markus Zwittmeier gekommen).

Wer noch etwas Text zum Event mag, in „chronico – Magazin für Geschichte“ gibt es einen längeren Artikel von Marcel Schwarzenberger. Und weitere Links zum 2000-jährigen Schlachtjubiläum finden sich - nachdem ich den NDR schon erwähnt habe - mindestens genauso üppig hier beim WDR.

Samstag, 18. Juli 2009

Wir sollen kommen und die Augen aufmachen

Mit dieser Aufforderung schließt Uwe Walter den jüngsten Eintrag in seinem Blog „Antike und Abendland“. Er berichtet darin von einem Ausstellungsbesuch in Haltern: „Siegerin des Varusschlachtjahres: 'Imperium' in Haltern“

Die Ausstellung in Haltern ist Teil der dreiteiligen Ausstellung „Imperium-Konflikt-Mythos 2000 Jahre Varusschlacht“. Und Uwe Walter hält es für möglich, daß seine Siegerin hinsichtlich der Besucherzahlen von den „Inszenierungen und Events“ im Ausstellungsort Kalkriese ausgestochen wird.

Nun ist Haltern von München sechs Stunden Bahn- oder Autofahrt entfernt. Bequem von der Couch kann man sich dagegen heute, Samstag, 18. Juli 2009, um 17:30 Uhr im NDR einen Eindruck von den „Inszenierungen und Events in Kalkriese“ verschaffen: „Kohorten, Kämpfer, Kostüme: Die Varusschlacht am Teutoburger Wald“.

Einen Überblick über die verschiedenen NDR-Beiträge zum Thema findet sich hier. In meinem Blog bin ich auf das Schlachtjubiläum schon hier und hier eingegangen.

Sonntag, 12. Juli 2009

Unser Bild von den Limes-Wachtürmen

Auf den Fotos sieht man noch einmal den rekonstruierten Limes-Wachturm bei Großerlach-Grab. Ich hatte ihn schon zusammen mit den Limes-Cicerones vorgestellt. Er liegt den Limes-Cicerones sicher ganz besonders am Herzen. Hoch geführt von unserem Limes-Cicerone trafen wir oben einen weiteren Limes-Cicerone beim Feiertagswachdienst.

Limesturm auf dem Heidenbuckel bei 
Großerlach-Grab

Wir wurden eingehend unterrichtet, weshalb der Turm auf diese Weise rekonstruiert wurde. Teilweise unter Verwendung vorgefundener Orginalsteine. Man kann die Begründung für diesen Typ Turm ausführlich auf der Novaesium-Website von Jürgen Franssen nachlesen. Ein Kernpunkt ist der Bezug auf die Trajanssäule mit den dort dargestellten Türmen aus den Dakerkriegen. Ergänzend wurde uns erzählt, die Archäologen hätten bei einem Turm Wasserablaufspuren vom Dach im Boden feststellen können, die wegen ihrer Entfernung vom Turm auf eine umlaufende Außengalerie hinweisen würden. Aber wie auch aus dem Text von Jürgen Franssen hervorgeht, weiß man vieles noch nicht. Und das was man über die römischen Türme weiß, ist in mancher Hinsicht unzulänglich. Die Abbildungen der Türme aus den Dakerkriegen etwa sind für das Medium Trajanssäule verzerrt dargestellt und stammen von einem anderen Ort und aus einer anderen Zeit. Man möge selbst den Text von Jürgen Franssen bis zu diesem Fazit durchlesen: „Trotz dieser Einschränkungen, wie gesagt, wurde und wird dieser Typus für Rekonstruktionen herangezogen, wobei man sich aus praktischen Erwägungen meist für einen dreistöckigen Turm entscheidet.“ Der Turm von Großerlach-Grab ist nach diesem Typus rekonstruiert. Aus praktischen Gründen für die modernen Besucher mit einer außen zum Mittelgeschoß hochführenden Treppe.

Der aus einem Schülerprojekt hervorgegangene sehr schöne Limes-Eigenbau von Lars und Sven Modrzik ist ebenfalls mit diesem Turm-Typ als Vorlage gebaut. Die Logik des weit vorgezogenen Daches ist nicht ideal umgesetzt, da ist beim Bauen vielleicht der Dachwinkel zu steil geraten. Aber es wird korrekterweise die bei diesen Limestürmen vermutete Leiter ins zweite Geschoss verwendet. Zudem ist das Modell mit Personal im passenden Größenverhältnis bestückt, das sieht man sonst selten.

An diese Limestürme gewohnt, war ich von der neuen Rekonstruktion ohne umlaufende Außengalerie bei Rainau-Schwabsberg ziemlich überrascht. Bei den Raetovariern kann man sich Bilder von der Einweihung dieses Turms ansehen. Im Buch „Archäologie erleben“ steht zum Turm: „Die Konstruktion als Pfostenbau mit einem Sockel aus Trockenmauerwerk ohne umlaufende Galerie beruht auf neuen Erkenntnissen zur Bauweise der Holztürme am Odenwaldlimes.“

Limes-Wachturm bei Großerlach-Grab

Was sind das für „neue Erkenntnisse“? Wurden Holztürme ohne Galerie und Steintürme mit Galerie gebaut? Näheres habe ich dann per Suchmaschine gesucht, aber keine Antworten auf meine Fragen gefunden. Auf der Gemeinde-Seite und auf der Seite des Vereins Deutsche Limes-Straße steht derzeit noch der alte Turm. Das verwundert angesichts üblicher Lippenbekenntnisse, wenn es um die Rechtfertigung der hohen Ausgaben für solche Rekonstruktionen geht. Die fachliche Begründung für diese Art der Turmrekonstruktion stand sicher ganz am Anfang der Bauplanung. Die hätte man also sogar schon vor dem Bau mit kleinem Aufwand im Web bereitstellen und damit sowohl etwas für unser neues/ergänztes Bild von den Limes-Wachtürmen als auch für die Tourismusförderung tun können.

Freitag, 10. Juli 2009

Fernsehserie „Rom“

Letztes Wochenende begann im Fernsehsender RTL2 die Ausstrahlung der zweiten Staffel der Fernsehserie „Rom“.

Heute findet sich ein informativer Beitrag von Peter Mühlbauer zu dieser Fernsehserie bei Telepolis.

Mehr zur Fernsehserie in der Wikipedia.