Donnerstag, 21. März 2013

Online-Kurse

Das Semantic Web wurde schon bevor ich 2009 mit dem Bloggen anfing als Zukunftsvision ganz groß gehandelt. Beim Begriff „Semantic“ oder den von mir letztes Jahr zur Deutschen Digitalen Bibliothek zitierten „semantischen Bezügen“ sollte man im Computer-Zusammenhang immer in Richtung „Computer versteht etwas von der Bedeutung“ denken. Also es gibt eine irgendwie geartete Beschreibungsebene, etwa bei der Digitalen Bibliothek irgendwelche „Metadaten“ zu den digitalen Datenbeständen, über die der Computer mehr über die Inhalte der Datenbestände weiß und die „semantischen Bezüge“ zwischen den Datenbeständen herstellen kann.

Ein Beispiel, bei dem sehr einfach mehr Computerverständnis machbar sein sollte, sind die Ausstellungstermine von Museen. Als ich eine Ausstellungsverlängerung genauer beobachtet habe, war aber auf den zahlreichen verweisenden Websites mit Ausstellungsinformationen nicht viel zu erkennen, was auf eine automatische Anpassung hindeutete. Ich habe später aus der Beraterecke ein Geraune vom Semantic Web gehört, „dann wird alles ganz anders aussehen“. Aber muß man das nicht beim „kleine Kinder erschrecken“ einsortieren, wenn die Museen und die Webseiten mit Museumsinfos tatsächlich selbst bei so einer einfachen Übung Schwierigkeiten haben?

Gut, ich habe keine tiefere Ahnung von den Verhältnissen und ich wollte die weitere Beobachtung zurückstellen, bis ich mich selbst in den aktuellen Stand des Semantic Web eingelesen habe. Da tat sich dann aber nichts bei mir. Bis ich kurz vor dem Start mitbekommen habe, daß vom OpenHPI, der Internet-Bildungsplattform des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts, ein von Dr. Harald Sack gehaltener kostenloser sechswöchiger Online-Kursus über „Semantic Web Technologies“ mit anschließender Online-Prüfung angeboten wird.

Zum Aufwand - ich habe so etwa 60 Stunden geschätzt, und da wird noch etwas dazukommen - ist anzumerken, daß ich den sicher nicht so einfach für den Blog auf den Tisch legen kann, sondern ihn woanders verbuche. Der Aufwand war aber selbst für die Ecke „berufliches Grundlagenwissen“ ein dicker Brocken. Mit etwas über 50% Zustimmung ging ich trotzdem an den Start. Mittlerweile stehe ich zwischen den sechs Wochen Kurs und der abschließenden Prüfung, bin bei 100% Zustimmung und happy teilgenommen zu haben. Für meine Bewertung gibt es ein paar Sonderfaktoren - ich habe manches aus alten Zeiten gekannt, aus den Augen verloren und jetzt upgedatete Verwendungen wiedergefunden.

Statt dem Kurs nicht einfach ein Buch? Bei mir hat es wie gesagt nicht geklappt. Ich weiß auch nicht, ob es das ideale Buch zu diesem Thema gibt. Das für den Kurs empfohlene Buch ist schon an manchen Stellen veraltet. Und hätte ich nur dieses Buch gehabt, hätte ich es vermutlich entweder liegen gelassen oder nicht mit so einem Aufwand durchgearbeitet. Der Online-Kurs war hingegen aktuell und hatte ein paar Mechanismen, um die Leute bei der Stange zu halten.

Abgelaufen sind die Kurswochen wie folgt: es wurde jede Woche eine Art Vorlesung von Dr. Harald Sack als Video zur Verfügung gestellt. Diese Wochenrationen waren durch mehrere Selbsttests unterbrochen, die man beliebig oft wiederholen konnte. Zu jeder Woche gab es einen nichtwiederholbaren Abschlußtest („Hausarbeit“), den man bis zu einem spätesten Zeitpunkt zu beliebiger Zeit starten konnte und innerhalb einer Stunde beenden mußte. Die erreichten Punkte der Hausarbeiten sind relevant, um ein benotetes Zertifikat zu bekommen. Für die Abschlussprüfung hat man drei Stunden zur Verfügung. Die Tests führt man durch Auswählen durch (Anklicken von Lösungen, Auswahlfelder), selten daß man Wörter selbst eintippen mußte. Die Vorlesungs-„Folien“ sind in verschiedener Form downloadbar.

Einsam fühlen braucht man sich im Kurs nicht. Man kann in einem Forum Fragen stellen, die seitens des HPI oder von anderen Kursteilnehmern beantwortet werden. Über so eine Frage zu den Logikgrundlagen und dem Hinweis auf einen Logik-Online-Kurs bin ich dann länger beim Angebot von Coursera hängengeblieben. Hier tragen unterschiedliche Universitäten zum Angebot bei. Die Beschreibungen zum Kursverlauf variieren, sie sind aber mit dem Schema von openHPI vergleichbar. Zu Coursera will ich an dieser Stelle auf die Kurse „The Ancient Greeks“ und „Archaeology's Dirty Little Secrets“ hinweisen. „The Ancient Greeks“ ist schon gestartet, aber man kann sich offenbar noch anmelden. Die umfangreichen Literaturlinks zeigen, daß man kaum mit den angegebenen 4-6 Stunden pro Woche hinkommt, wenn man wirklich tief einsteigen will.

Deutlich einfacher gestrickt als diese universitären Angebote, aber dennoch zu beachten, sind einfache Erklärvideos. Diese Videos sind häufig bei Youtube zu finden. Ich hatte mich letztes Jahr in eine deutlich upgedatete Software eingearbeitet und wurde vor dem einzigen dazu verfügbaren deutschsprachigen Buch gewarnt. Bei Youtube gab es neben mehreren für mich unbrauchbaren Videos zu dieser Software auch eine ganz gut gemachte Video-Serie mit nützlichen Hinweisen. Videos werden in so einem Zusammenhang als Eigenwerbung für die fachliche Kompetenz verwendet, es gibt oft eine Firmenwebsite oder einen Blog dazu. So eine Video-Auswahl in einer für die Buchproduktion sehr kleinen Nische gibt einen Vorgeschmack dessen, was mittlerweile an Videos verfügbar ist. Neben der Vielzahl solcher schon existierenden Erklärvideos zu allen möglichen Themen gibt es natürlich auch schon eine unüberschaubare Menge von Anbietern.

Für das weitere sich selber durchschlagen gebe ich noch ein paar Links mit auf den Weg: EdX, „700 Free Online Courses from Top Universities“, Khan Academy, die Wikipedia über iTunes U. Coursera und EdX werden oft zusammen mit Udacity erwähnt, was ich jetzt wegen den sehr interessanten Informatik-Kursen auch tun will, aber hinsichtlich Archäologie und Geschichte sehe ich dort nichts.

Dienstag, 12. März 2013

Zeitspringer-Blog und Leistungsschutzrecht

Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist mittlerweile wieder ein Stück weitergekommen. Es ist zwar noch mehr „entschärft“ worden gegenüber dem Stand, als ich letztes Jahr über das Leistungsschutzrecht geschrieben habe. Aber dennoch wird jetzt allenthalben gerätselt, was das Leistungsschutzrecht für das eigene Webprojekt zu bedeuten hat. Dankenswerterweise hat Rechtsanwalt Thomas Schwenke schnell einen Beitrag mit „FAQ zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger (für Blogger, Social Media & Journalisten)“ in das Netz gestellt.

Wenn schon so ein Leistungsschutzrecht kommt, dann muß der Gesetzgeber die Auswirkungen im Blick haben. Es düfte nicht sein, daß jetzt Leute, die „eigentlich“ nicht betroffen sein sollten, stundenlang über die rechtlichen Auswirkungen rätseln müssen und zur Sicherheit ihre Aktivitäten einschränken. Ich hatte bei meinem letztjährigen Eintrag zum Leistungsschutzrecht den Verdacht, daß diese Unsicherheit bei Internetaktivitäten gewollt ist: „Also zum einen scheinen sich die Presseverlage durch Eigenprodukte nicht mehr in der Lage zu sehen, ihre frühere Stellung auch in Zeiten des Internets zu erhalten. Zum anderen die - ich habe den Eindruck gewollte - Unsicherheit im Internet. Obwohl eigentlich Verzögerung, Verhinderung und Unsicherheit genau das Falsche für neue Entwicklungen ist.“ Leider hat unsere Regierung nichts getan, um bei mir diesen Verdacht zu entkräften. Es gibt sogar aktuell mit dem Rechtsanwalt Udo Vetter eine prominente Stimme, die genau diese Unsicherheit thematisiert.

Wie aus den FAQs von Thomas Schwenke hervorgeht, werden Blogs durch das Leistungsschutzrecht ebenfalls zum Unsicherheitsfaktor. Ich würde mein Werk eher als Privatblog / Hobbyblog und nicht als „Presseerzeugnis“ einsortieren. Aber wie Thomas Schwenke ausführt, können Blogs die Kriterien für Presseerzeugnisse erfüllen. Und von außen ist man dann nicht sicher, wie mein Blog zu sehen ist.

Mir hat jetzt diese Klarstellung vom Heise Zeitschriften Verlag gut gefallen: In eigener Sache: Der Heise Zeitschriften Verlag und das Leistungsschutzrecht.

Also sofern es für meinen Blog überhaupt relevant ist, übernehme ich die darin zu findenden Aussagen für meinen Blog. Also Links auf und kurze Textausschnitte/Snippets aus meinem Blog sind auch mir weiter höchst willkommen und bedürfen keiner Erlaubnis.

Freitag, 8. März 2013

Wildbeobachtungsstelle mit Hügelgrab im Forstenrieder Park

Trotz noch herumliegender Schneereste wäre München nach ein paar Tagen Sonne und Wärme total in Frühlingsstimmung, wenn nicht schon wieder Winterwetter angesagt worden wäre. Wir waren am letzten Sonntag noch auf Schnee zur Wildbeobachtungsstelle mit Hügelgrab im Forstenrieder Park südlich von München unterwegs. Vorrangiges Ziel war das Wild, nicht der Grabhügel links im ersten Bild. Wobei wir sehr überrascht waren, wieviel von dem Wild herum lief. Soviel sahen wir hier noch nie. Darüber, wie man die Wildbeobachtungsstelle findet, hatte ich schon einmal anläßlich eines Besuchs am Faschingsdienstag 2010 geschrieben. Grabhügelmäßig machen im Forstenrieder Park die in BayernViewer-denkmal und GPS, Teil 3 beschriebenen deutlich mehr her. Mit dem Fahrrad wäre man von der Wildbeobachtungsstelle in 10 Minuten dort.

BayernViewer-denkmal funktioniert immer noch wie in den alten Texten beschrieben. Also aufrufen, auf „Suche Denkmal “ umstellen und dort D-1-7934-0090 eingeben und schon ist man über der Lichtung für die Wildfütterung. Die Daten des BayernViewer-denkmal gibt es aber jetzt auch unter der Haube des BayernAtlas. Stephan Gröschler beschäftigte sich in mehreren Einträgen mit dem BayernAtlas und hat dazu aktuell eine Anleitung: So funktioniert der BayernAtlas geschrieben. Um zu den aus BayernViewer-denkmal bekannten Geländemarkierungen zu kommen, muß man im BayernAtlas in den Experten-Modus und sich dort bei den „Mehr “-Themenkarten die „Denkmal-Daten (BLfD)“ heraussuchen. Man könnte jetzt auf die Idee kommen, daß sich auch die BayernAtlas-Suche dynamisch an die geladenen Daten anpasst, da tut sich aber nichts. Wie man im BayernAtlas mittels der Denkmalnummer sucht, sehe ich auf die Schnelle nicht.

Wildbeobachtungsstelle mit Hügelgrab im Forstenrieder Park

Seit meinem Bericht von der Buchvorstellung von Dr. Frank Stefan Becker beim Euro-Arabischen Freundschaftskreis e.V. (EAF) schickt mir der EAF regelmäßig seine Vereinszeitschrift „PANORAMA“ zu. Zum letzten Wochenende ist wieder ein Exemplar eingetroffen und ich will etwas Werbung für die EAF-Vorträge machen. Der Veranstaltungsort hat sich mittlerweile geändert (Gaststätte Gartenstadt, Naupliastr. 2, 81547 München), der Modus ist gleich geblieben: erst Mitgliedertreffen, ab 20 Uhr der Beginn der Vorträge, zu denen Gäste willkommen sind. Bei freiem Eintritt, falls nichts anderes angegeben ist.

Dr. Frank Stefan Becker habe ich über die Münchner Volkshochschule kennengelernt. Dort ist er immer noch aktiv und wie ich sehe, kann man sich derzeit noch für mehrere Vorträge von ihm anmelden. Ich war länger nicht mehr auf der Website der Münchner VHS und habe eben wie ich es von anderen Suchfunktionen gewohnt bin gewohnheitsmäßig die Return-Taste gedrückt. Und es funktioniert mittlerweile! Also die Suche ist gegenüber der in Vergangenheitsausflug via Volkshochschule beschriebenen überarbeitet. Zeitweise habe ich das breite Volkshochschul-Angebot zu mehreren Vorträgen und Radausflügen pro Semester genutzt. Es lohnt sich, das Programm der örtlichen Volkshochschulen durchzuzusehen.

Wildfütterungstelle im Forstenrieder Park

Ich glaube in Quizzy zeigt uns Neptun habe ich zuletzt etwas über die Grünwalder Burg geschrieben und auch ein paar Fotos von ihr eingestellt. Ich hatte öfters nach Informationen über die weitere Entwicklung des dortigen Museums gesucht, nichts gefunden, und wollte die weitere Beobachtung anderen überlassen. Ich will auch weiterhin nicht mehr beobachten, sondern in diesem wie auch in einigen anderen Fällen die Information mehr Social-Media-gemäß auf mich zukommen lassen. Zwar nicht über Social Media, aber zugekommen, ist mir die folgende Information: das Museum eröffnet am 30.3. mit der Sonderausstellung „Italien und die Antike. Andreas Wachter - Gemälde und Skulpur “ und einem neu gestaltetem Eingangsbereich mit Museumsshop und einem Kaffee- und Kuchen-Angebot. Im Juli soll die neue Dauerausstellung „Burgen in Bayern“ folgen. Alles ohne Gewähr, wer hin will sollte sich noch einmal vergewissern. Eine Hauptattraktion des Museums war für mich immer der Turm. Obwohl leider nie die Berge frei waren, wenn ich oben war. Da weiß ich nicht, ob man wieder hoch darf.

Nicht eingebaut hatte ich im Februar einen Hinweis auf den Tweetup im Museum Villa Stuck zum 150. Geburtstag von Franz von Stuck. Gut, die Villa Stuck liegt neben meinem zeitlichen und thematischen Kernbereich und die Frage, wo diese Kopie einer „Spes“ von Bertel Thorvaldsen steht, konnte hier auch niemand beantworten. Anderseits finde ich, daß die Tweetups und stARTcamps hier in München eine sehr gute Möglichkeit sind, um mit den Museumsprofis in Kontakt zu kommen. Wenn man auch bei der großen Teilnehmerzahl in der Villa Stuck vielleicht etwas untergangen wäre. Jedenfalls, diese Offenheit finde ich toll. Das nächste Münchner stARTcamp findet am 20. April 2013 statt.

Noch ein paar Videos für das schlechtere Wetter am Wochenende. Bei L.I.S.A, dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, gibt es eine schöne Serie unter dem Titel „Ewige Götter - Ausgrabungen in Kalapodi (Griechenland) “.