Dienstag, 29. November 2011

Quizzy zeigt uns Neptun

Quizzy zeigt uns im Rahmen des Fotoprojektes zwölf2011 den Neptunbrunnen im Münchner Alten Botanischen Garten. „Nackerter Mo“ klingt allerdings nicht so begeistert. Das war seinerzeit beim Barberinischen Faun anders. Vermutlich weil ein Faun („Faunus, auch als Wolfsgott bekannt, ist der altitalische Gott der freien Natur, der Beschützer der Bauern und Hirten, ihres Viehs und ihrer Äcker“) viel besser zur herrlichen Landschaft Oberbayerns passt als ein Neptun.

Staatliche Antikensammlungen München

Meist liegt der Schnittpunkt zwischen Quizzys und meinen Blog-Einträgen wie im Fall des Barberinischen Fauns beim Königsplatz bzw. der Glyptothek. Ganz früher (Februar 2010) mit einer größeren Differenz zwischen haben und haben wollen - Quizzy hatte schon die Fotos, die ich erst machen wollte. Mittlerweile habe ich enorm nachgerüstet und den Abstand verkürzt - den Hinweis auf die dorischen, ionischen und korinthischen Säulen hatte Quizzy nur zwei Tage vor mir drin („Auf dem Fürstenweg“ vs. „Marathon in München“). Wir hatten aber beide keine Nahaufnahme von den Antikensammlungen mit den korinthischen Säulen im Eintrag, da sei nun eine nachgereicht. Quizzys Hinweis auf die Säulen hätte ich erwähnt, wenn ich ihn gekannt hätte. Aber ich lese Blog-Einträge immer noch nicht mit einem Feedreader wenn sie anstehen, sondern irgendwann später, wenn ich Lust habe vorbeizusurfen.

Im Marathon-Eintrag hatte ich auf ein FAZ-Interview und auf ein Video bei münchen.tv mit Prof. Dr. Raimund Wünsche hingewiesen, dem ehemaligen Direktor von Glyptothek und Antikensammlungen. In dem Video ist das mit den Säulen auch drin. Mittlerweile habe ich mitbekommen, daß es mit Prof. Wünsche auch eine Langfassung der Säulenerläuterung gibt, nämlich in einer dreiteiligen Architektursendung, die derzeit noch via der SWR-Mediathek angesehen werden kann. Die Königsplatz-Säulen sind im ersten Teil drin. Hören kann man Prof. Wünsche in einem längeren BR-Interview vom Juli 2011. BR und SWR löschen Beiträge, ich habe keine Ahnung ob und wann die Löschlogik in diesen beiden Fällen zuschlagen wird. Schließlich noch einmal Prof. Wünsche in der Münchner Abendzeitung. Dort erzählt er, was er am Wochenende so macht.

Sauerkrautkuchen

Und mit was mache ich jetzt weiter? Am besten mit der Erklärung für die Fotos 2 und 3 (2 leider verschwommen), die dürften sonst zu sehr rätseln lassen. Auf Bild 2 ist Sauerkrautkuchen, den hat mein damaliger Gegenüber und Quizzy gegessen. Ich habe vor dem Aufstieg vom Kloster Weltenburg auf den Frauenberg das problemlose Gericht auf Bild 3 vorgezogen.

Schonkost

Jetzt geht es irgendwie nach zeitlicher geteilt durch räumlicher Entfernung weiter. An der Spitze ist da Christian Lauw, der entdeckt hat, daß es das BMW-Logo schon in der Hallstattzeit gegeben hat: „BMW, um 600 vor Christus“. Sein Text über den Besuch von Landau und seinem Archäologiemuseum ist super geschrieben, vermittelt aber leider eine Trostlosigkeit („So ziemlich fast alle Technik im Museum war irgendwie defekt...“), die in auffallendem Gegensatz zu den Angaben auf der Museums-Website steht: „Es zählt heute zu den modernsten Museen in Bayern und wurde 1997 unter 66 Bewerbern bei der Verleihung des Europäischen Museumspreises ausgezeichnet.“

Ein paar hundert Jahre näher liegt das Burgmuseum Grünwald, gemessen an den Ausstellungsstücken aus der Römerzeit, die es bei unserem letzten Besuch im Sommer 2010 dort noch gab. In der Grünwalder Burg soll es Veränderungen geben, berichtete letztes Jahr der Münchner Merkur: „Staatssammlung dehnt Museum in Grünwalder Burg aus“. Ob sich zwischenzeitlich etwas getan hat, wollte ich dieses Jahr via diversen Webseiten (Gemeinde Grünwald, Archäologische Staatssammlung) nachsehen und habe nichts gefunden. Vielleicht gibt es einen Merkur-Artikel mit Informationen, den ich übersehen habe. Oder er wurde nicht online gestellt. Egal, die weitere Beobachtung der Burg würde ich gerne an die Mittelalter- oder Heimatmuseumabteilung abgeben, Römersachen hin oder her. Hier geht es zu den Grünwalder Rittern und hier zu der Vereinigung der Freunde Grünwalds. Und Quizzy berichtet von einer Radtour Isaraufwärts, „vorbei an der Burg Grünwald“ bis zum Kloster Schäftlarn unterhalb der Birg bei Hohenschäftlarn.

Burg Grünwald, Ostseite

Zeitlich sind wir nun beim Mittelalter (bis Neuzeit), die räumliche Entfernung liegt bei wenigen Metern, wenn wir die Entfernung vom Marienplatz aus messen. Diese archäologische Ausgrabung sollte allgemein in München bekannt sein. Man schafft es vermutlich aber trotzdem, die nicht zu kennen. Stephan Gröschler hat sich in seinem Blog dem Marienhof gewidmet. Neben viel Text gibt es auch zahlreiche Bilder. Am 7. Dezember soll es wieder eine öffentliche Führung über die Grabungsfläche am Marienhof geben, Informationen dazu auf der Website der „2. Stammstrecke München“. Stephan interessiert die Ausgrabung sehr und er will dranbleiben.

Burg Grünwald, Ostseite

Ein paar Minuten Fußweg weiter entfernt liegt die Münchner Residenz, und dort wird seit vier Monaten gebloggt. Der Hinweis kommt jetzt etwas spät. Aber dafür kann man sehen, daß nach dem „Unser Blog geht online – was erwartet Euch?“ von Tanja Praske der Anfangsschwung bis heute nicht nachgelassen hat.

Burg Grünwald, Ostseite

Die jüngere Geschichte hat Reinhold beschäftigt. Ein Blog-Eintrag über Georg Elser führte zum Auftrag, ein BBC-Team für eine Dokumentation (die Geschichte der Menschheit in acht Stunden) fast drei Tage zu fahren. Unter dem Titel „London calling“ berichtet er davon.

Burg Grünwald, Westseite

Bei den letzten Links geht es räumlich in die Ferne, dafür gibt es aber dort etwas zu meinem eigentlichen Zeitspektrum graue Vorzeit bis Spätantike: Das Museum für Völkerkunde Hamburg hat passend zur neuen Sonderausstellung „Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt“ seit November auch einen Blog. Und Phemios Aoidos berichtet, wie er sich Pompeji annähert und nach den römischen Villen von Stabiae sucht.

Mittwoch, 23. November 2011

Der Frauenberg oberhalb des Klosters Weltenburg

Weltenburg liegt sehr nahe bei Eining, ein Besuch des Klosters Weltenburg wäre ganz gut mit dem des Kastells Eining / Abusina zu verbinden. Es ginge die Kombination der beiden Ziele mit einem Besuch des kelten römer museum manching und notfalls auch noch eine Überfahrt vom Kloster zur Westseite des ehemaligen Oppidums Alkimoennis am gegenüberliegenden Donauufer. Aber dann nur unter der Voraussetzung, daß man sich vor Ort nirgends lange aufhält. Als Erstbesuch etwa, und wo es einem besonders gefällt fährt man dann einmal einen ganzen Tag hin.

Straße zum Kloster Weltenburg

Klosterkirche Weltenburg

Donaudurchbruch beim Kloster Weltenburg

Links das Kloster Weltenburg, rechts die Westecke des ehemaligen Oppidums Alkimoennis auf der gegenüberliegenden Donauseite

Frauenbergkirche beim Kloster Weltenburg

Beim Kloster werden Schiffsfahrten durch den Donaudurchbruch angeboten. In der Gaststätte kann man das Weltenburger Bier probieren. Neben der Klosterkirche des ältesten Kloster Bayerns kann man die Frauenbergkirche besuchen. Noch ein Stück höher auf dem Frauenberg, direkt an der Felskante hinunter zur Donau (Bild 9), findet sich die steinerne Hinterlassenschaft auf den Bildern 6 und 8. Nach der Ende Oktober 2007 fotografierten Informationstafel war das noch ein spätrömisches Kleinkastell. Weiter auf dem Frauenberg bietet die Erkundung des Wolfgangswalls und die Suche nach den Befestigungen östlich davon an.

Ehemaliges Kleinkastell oder ehemaliger Palas auf dem Frauenberg beim Kloster Weltenburg

Kleinkastell-Infotafel auf dem Frauenberg beim Kloster Weltenburg 2007

Ehemaliges Kleinkastell oder ehemaliger Palas auf dem Frauenberg beim Kloster Weltenburg

Blick vom ehemaligen Kleinkastell oder Palas auf dem Frauenberg beim Kloster Weltenburg hinunter zur Donau

Wolfgangswall auf dem Frauenberg beim Kloster Weltenburg

Zur Geschichte des Frauenbergs empfehle ich den gut bebilderten Text von Prof. Dr. Michael M. Rind bei der Regensburger Stadtzeitung (pdf-Datei) und die Wikipedia. Nach Prof. Rind wäre das Kleinkastell kein Kleinkastell, sondern der Palas einer bischöflichen Burg. Die Wikipedia führt ihren Artikel noch unter dem Titel „Kleinkastell Weltenburg-Frauenberg“ und stellt die Positionen gegenüber, da sieht es also nicht nach einer Übereinkunft aus. BayernViewer-denkmal ist auf die Sichtweise von Prof. Rind umgestellt, dort lautet die Beschreibung zum Bodendenkmal D-2-7136-0054 „Rechteckiger Saalbau vermutlich des 9. und 10. Jhs. n.Chr.“ (BayernViewer-denkmal-Benutzungshinweise hier bei mir). Zu Touren auf den Frauenberg und zu den Befestigungen auf beiden Seiten des Donaudurchbruchs gibt es den „Ausflugstipp: Rund um den Donaudurchbruch“ von Stephan Gröschler, Fotos von Geländemodellen mit den Wällen auf beiden Seiten des Donaudurchbruchs beim Verein Keltenwelten.

Mittwoch, 16. November 2011

Höhlenkunst

Im Februar hatte ich den Chauvet-Film von Werner Herzog im Blog, den er seinerzeit auf der Berlinale vorgestellte. Der Film war zwischenzeitlich in Sonderaufführungen zu sehen und ist mittlerweile unter dem Titel „Die Höhle der vergessenen Träume“ regulär in die Kinos gekommen. Nach Daniel Bernsen, bei dem auch aktuelle Trailer zu finden sind, seit 3. November. Wie ich gerade sehe läuft der Film aktuell noch in vier Münchner Kinos (Monopol, Kinos Münchner Freiheit, Neues Rex, Rio Palast), ich hoffe da wird er den wöchentlichen Programmwechsel in irgendeinem Kino noch überleben. Eine längere Besprechung des Films gibt es u.a. bei Susanne Popp, ein aktuelles Interview mit Professor Harald Floss allgemein zur Höhlenkunst bei Welt Online. Hintergrund des Interviews waren 15000 Jahre alte symetrische Verzierungen auf einem Stein, der im Schelklinger Hohlen Fels gefunden wurde (dazu hier die Südwest Presse).

Höhlenkunst

Kinofans mit Neigung zu grauer Vorzeit bis Spätantike haben derzeit sogar die Wahl. Der Film von Werner Herzog wird nicht jeden ansprechen. Den anderen gefällt vielleicht Krieg der Götter - Immortals - statt Hintergrundgedudel fetzt es da so richtig aus den Kinolautsprechern. Der Trailer erinnert schon beim ersten Speerwurf an 300. Und richtig, da wird „Von den Machern von 300“ eingeblendet. Und die computergenerierten Massen vor der großen Mauer hat man im „Herr der Ringe“-Film von Peter Jackson schon einmal gesehen. Soll ich dann noch diesen Film gehen? Er ist in 3D, die anderen waren es nicht? Und 300 habe ich auch zweieinhalb mal angesehen?

Die Höhlenkunst auf dem Foto gehört mir, die ist für meine Wohnhöhle. Obwohl es so aussehen mag, habe ich die nicht auf einer meiner Touren ausgesägt. Erst die Platten aufzubauen und danach zu bemalen ist eine Idee meines Bruders. Eigentlich war ich gar nicht so begeistert. Es ist ein Geschenk zum Geburtstag 2009, das erst jüngst fertig geworden ist. Ich dachte seinerzeit, mein Bruder macht das mit Airbrush weniger aufwendig auf dickem Papier und ich wünsche mir dann immer zum Geburtstag und zu Weihnachten ein neues Höhlenbild. Dann hätte ich Ende 2011 schon sechs. Darunter vielleicht auch die Pech-Merle-Pferdchen. Mein Bruder meinte, ich hätte ja jetzt schon vier Bilder. Das wollte ich aber überhaupt nicht gelten lassen. Mittlerweile finde ich seine Idee mit den Platten aber doch ganz gut. An der Wand wäre Airbrush auf Papier wahrscheinlich langweiliger. Aber wie komme ich jetzt in endlicher Zeit zu meinen Pech-Merle-Pferdchen???

Dienstag, 15. November 2011

10 Jahre Rezensionsjournal sehepunkte

Das Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften sehepunkte ist „epochenübergreifend und interdisziplinär angelegt“ und als „Internetrezensionsjournal mit zwölf - jeweils zur Monatsmitte erscheinenden und im kostenlosen Abonnement erhältlichen - Ausgaben pro Jahr konzipiert“. Das klingt doch super und da klicken wir doch gleich mal in das Archiv, Kategorie Altertum. Da finden sich sich aktuell 45 Seiten mit je 20 Rezensionen, macht 900 Buchbesprechungen!

„Das Rezensionsjournal sehepunkte erscheint seit 15. November 2001“, wurde also heute 10 Jahre alt. Gefeiert wird der 10. Geburtstag am 17. November 2011 „mit einem Festakt und einem Empfang in der Ludwig-Maximilians-Universität München. Alle Leserinnen und Leser sind herzlich zum Mitfeiern eingeladen!“. Hier das Programm am Donnerstagabend mit Vorträgen von Prof. Dr. Hubertus Kohle, Thomas May und Florian Rötzer und einem anschließenden Empfang.

Montag, 14. November 2011

Nachweis der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz vor 125 Jahren

Dieser Zeitsprung geht weit neben die in Blog-Beschreibungen versprochene „graue Vorzeit bis Spätantike“. Aber ich hatte die passende „Konserve“ - das bei einem Stadtspaziergang in Karlsruhe aufgenommene Denkmal. Leider ist besonders die als kleine Entschädigung gedachte Pallas Athene an dem bedeckten Septemberspätnachmittag im ohnehin meist beschatteten Südteil des Ehrenhofs der früheren Karlsruher Universität (TH) ziemlich dunkel geraten. Zu Zeiten als das Denkmal 1925 entstand und in den Jahren als Heinrich Herz die elektromagnetischen Wellen entdeckte war das hier die Technische Hochschule Karlsruhe. Und heute liegt der Ehrenhof auf dem Gelände des Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie, abgekürzt KIT.

Denkmal für Heinrich Hertz im Ehrenhof des Karlsruher Instituts für Technologie

Nach dem Zitat des emeritierten Professors am KIT und Vorsitzenden der Heinrich-Hertz-Gesellschaft Volker Krebs im Pressetext des KIT war „Die Suche nach elektromagnetischen Wellen ... für das ausgehende 19. Jahrhundert das, was für uns heute die Suche nach der Dunklen Materie oder der Neutrinomasse ist“. Heinrich Hertz gelang der Nachweis der elektromagnetischen Wellen in dem später nach ihm benannten Hörsaal, an dessen Seite sich heute das Denkmal befindet.

Als Datum wird im Pressetext der 11. November 1886 angegeben. Im Web findet sich auch das Datum 13. November 1886, z.B. hier bei Karl H. P. Bienek. Karl H. P. Bienek erwähnt auch die Umbenennung der Hertzstraße in der Berliner Siemensstadt in „Grammestraße“ 1938, weil Hertz jüdische Vorfahren hatte. Gudrun Wolfschmidt berichtet in ihrem Buch „Von Hertz zum Handy - Entwicklung der Kommunikation“ davon, daß das Heinrich-Hertz-Madaillon im Hamburger Rathaus abgeschlagen und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder erneuert wurde. In Karlsruhe hat das Denkmal die Zeit des Nationalsozialismus überstanden. Mehr zur jüdischen Herkunft und den Folgen findet sich im Artikel „Juden wider Willen. Wie es den Nachkommen des Physikers Heinrich Hertz im NS-Wissenschaftsbetrieb erging“ von Stefan Wolff.

Pallas Athene im Ehrenhof des Karlsruher Instituts für Technologie

Nach Karl H. P. Bienek wurde die Einheit für die Frequenz weiterhin nach Hertz benannt. Stefan Wolff schreibt: „Einige Physiker schlugen 1939 ernsthaft vor, sie unter Beibehaltung der Abkürzung „Hz“ in „Helmholtz“ umzubenennen“. Er geht also wohl auch davon aus, daß die Einheit nicht umbenannt wurde. Vermutlich stimmt das. Anderseits wurde mir erzählt, daß an der örtlichen Gewerbeschule den Elektrikerlehrlingen gegen Kriegsende statt Hertz die Bezeichnung Helmholtz gelehrt wurde. Dieser Erzählung glaube ich auch. Nur rätsele ich, wie das damals vonstatten ging.

Freitag, 11. November 2011

Zu Gauting/Buchendorf bis Villa rustica Leutstetten

Zum letzten Eintrag über Gauting und seinen Brandopferplatz müßte es jetzt noch einen Eintrag zur Kelten- bzw. keltischen Viereckschanze bei Buchendorf geben. Aber da ich die schon x-mal im Blog hatte, belasse ich es bei der Schanzenecke in Bild 3 und zwei Links zu älteren Beiträgen. In diesem Blog-Eintrag soll es stattdessen um ergänzende Tourhinweise von Gauting/Buchendorf bis zur Villa rustica Leutstetten gehen.

Beginn des Rad- und Fußwegs Richtung Starnberg, Leutstetten und Buchendorf am Ende der Maxhofstraße in München-Fürstenried

Zuvor aber im Nachklapp zum letzten Eintrag ein Hinweis auf den Brandopferplatz beim Bergisel in Marcellinas Blog-Eintrag „Pagans In Tirol: Bergisel“. Ich hatte zum Brandopferplatz bei Gauting die fehlende Information vor Ort und die dünne Information im Web bemängelt. Marcellina vergleicht die Situation mit dem Brandopferplatz beim Bergisel. Man könnte jetzt noch streiten wer mehr meckern darf. In Bayern haben wir BayernViewer-denkmal, zwar mit dünnen Texten, aber trotzdem oft super verwendbar für solche Touren. Anderseits ist der ausführlichste mir bekannte Text zum Brandopferplatz Gauting im Netz aus einem für Vereinsmitglieder vorgesehenen 27 Jahre alten Mitteilungsblatt. Und daß die letzten beiden Ausgaben dieses Mitteilungsblatts nicht mehr eingestellt wurden, läßt befürchten, daß selbst der Sinn dieser Minimaldarreichungen nicht mehr gesehen wird. Dagegen ist beim Bergisel mit dem Artikel „Der Bergisel bei Innsbruck - "Schicksalsberg" der Tiroler Archäologie“ des österreichischen Denkmalamtes ein offizieller Mitteilungswillen deutlich erkennbar.

Nach all der Meckerei muß ich im Gegenzug auch erwähnen, wie schön ordentlich gepflegt alles vor Ort aussieht. Die Keltenschanze Buchendorf und die Villa rustica Leutstetten werden relativ häufig besucht und ich habe da noch nie Müll herumliegen sehen. Das ist nicht selbstverständlich. Beeindruckender fand ich das noch bei der Bethenquelle, dem Grab der Seherin und dem Karlsberg. Die Bethenquelle ist kein offizielles Denkmal, das Grab der Seherin dürfte etwas aus der Denkmalpflege herausgerutscht sein und der Karlsberg würde sich sehr gut für ein schönes Picknick oder einen gemeinsamen Umtrunk eignen, bei dem man hinterher seine Reste unbeobachtet liegen lassen könnte. Ich weiß nicht, wie das dort in Ordnung gehalten wird. Bei der Bethenquelle wurde im „depublizierten“ BR-Beitrag eine Frau erwähnt, die überhand nehmende Bändchen wieder abmontiert. Das wurde zwar von manchen Interviewpartnern kritisiert, klingt aber zumindest nach einer funktionierenden Selbstorganisation. Beim Grab der Seherin und beim Karlsberg würde ich auch auf so etwas tippen.

Kreuzung zwischen Via Julia und Rad-/Fußweg von Maxhof/München-Fürstenried im Forstenrieder Park

Zu den Tourhinweisen. Die Stationen Villa rustica bis Gauting sollten über direkte Hinweise oder indirekt über BayernViewer-denkmal oder die Wikipedia (mit Geo-Koordinaten) gut auf der Karte lokalisierbar gewesen sein. Also wären manche Tourhinweise banal. Weiter habe ich Lücken, bin also bestimmte Strecken noch nie gelaufen/gefahren und kenne dafür die Strecken besser, auf denen ich schon öfters in das Würmtal unterwegs war. Die aber wieder für viele uninteressant sein werden. Ich werde versuchen dadurch hilfreich zu sein, daß ich neben den Strecken, auf der wir aktuell gefahren sind, noch ein paar andere Touren skizziere und bei der Gelegenheit auf schon gegebene Streckenhinweise hinweise und ein paar Anmerkungen einbaue.

Beginnen will ich mit der von Peter Müller geführten Volkshochschul-Radtour (erwähnt im Blog-Eintrag „Via Julia für Anfänger“), die von der S-Bahnhaltestelle Höllriegelskreuth die Via Julia entlang nach Buchendorf führte. Dort haben wir die St. Michael-Kirche in Bild 4 und die Keltenschanze besucht, dann ging es zu einer Kirche in Gauting weiter und dann auf dem Rad- und Fußweg östlich entlang der Würm (Bild 4) wie schon beschrieben bis zur Straßenüberquerung beim Forsthaus Mühltal, dann weiter bis zur Würm-Brücke im ersten Bild des Blog-Eintrags über den Karlsberg. Auf dem Rad- und Fußweg westlich der Würm an der Bethenquelle vorbei und dann wieder auf die östliche Seite der Würm zur Kirche St. Alto Leutstetten. Abschluß der Tour war im Biergarten der Schloßgaststätte Leutstetten.

Links abbiegende Via Julia, im Hintergrund beim Wäldchen Keltenschanze Buchendorf

Wenn in den Ausschreibungen nichts anderes dabeisteht, braucht man nach meiner Erfahrung für diese VHS-Touren kein geübter Sportler zu sein. Rennrad ist sowieso auf der Strecke östlich der Würm ungünstig und Mountain-Bike wäre für die Anforderungen überdimensioniert. Die relativ lange Anfahrt von Höllriegelskreuth über den „Zubringer“ Via Julia in das Würmtal funktioniert relativ gut, weil die Strecke ziemlich flach ist.

In Bild 3 biegt die Via Julia vor der Keltenschanze Buchendorf nach links ab. Der Feldweg ist am Aufnahmeort des Fotos schon ein paar Meter von der Strecke der ehemaligen Römerstraße abgewichen. Die verlief weiter oben bis vor zur Keltenschanze (in der Bildmitte rechts beim Wäldchen) und ist dann nach links abgeknickt. Wenn man heute im Bild 3 nach rechts abbiegt findet man als Verbindung zur Keltenschanze einen schmalen Pfad am Rande eines Ackers. Ich vermute der geht auf Kosten des Ackerbesitzers, also wenn man den verwendet sollte man versuchen nicht auch noch in seine Anpfanzungen daneben zu treten.

St. Michael Buchendorf

Die Via Julia führt an der Kirche in Bild 4 und der Mariensäule in Bild 5 vorbei. Nun kann man entweder direkt nach Gauting radeln (schnellste Version) oder auf der Via Julia bleiben, um im ersten Bild im Blog-Eintrag „Buchendorf am Vatertag“ wieder auf die Römerstraße zu treffen (kleiner Umweg). Zur Keltenschanze Buchendorf müßte man von dort ein Stück in die Gegenrichtung der ehemaligen Römerstraße. Wegen des Umwegs dürfte ein Teil der Radler von der Via Julia direkt nach Gauting weiterradeln. Der Feldweg auf der ehemaligen Römerstraße ist bei Buchendorf aber nach meinen Erfahrungen dennoch gut befahren. Viele der Radler kommen aus dem bzw. fahren in das nördlich liegende Waldstück im Blog-Eintrag „Von Forsthaus Kasten nach Buchendorf“. Das wäre die Strecke nach Neuried. Die Strecke entlang der Würm von Gauting bis Pasing kenne ich nicht. Ich kann jetzt nur spekulieren, daß viele der Radler auf der Strecke Richtung Neuried aus den nordöstlich an Neuried angrenzenden Münchner Stadtteilen stammen.

Wie im Blog-Eintrag über die Villa Rustica Leutstetten erwähnt, geht statt einer Anfahrt mit dem Rad auch eine Rad- oder Wandertour mit einer Anfahrt mit der S-Bahn und den Start- oder Endpunkten in Gauting oder Starnberg. Der Bahnhof in Gauting liegt „oben“. Um zum Brandopferplatz und an den schönen Abschnitt an der Würm von Gauting bis zum Karlsberg zu kommen, muß man herunter, zur Keltenschanze Buchendorf sogar wieder auf der anderen Talseite hoch. Wenn man aber Gauting als Start- und Endpunkt verwendet oder nur das Hügelgräberfeld beim Grab der Seherin erkunden will, wäre die Verbindung westlich der Bahnlinie interessant, das habe ich aber nie ausprobiert.

Mariensäule Buchendorf

Nicht erwähnt habe ich die Option, im weiteren Verlauf dieser westlichen Seite zum Gut Rieden zu fahren oder zu laufen. Von dort hat man noch eine bessere Aussicht als von dem im Karlsberg/Karlsburg-Eintrag vorgestellten Punkt oberhalb Leutstettens. Martin Bernstein führt in seiner Tour „Petersbrunn im Mühltal“ im besprochenen Buch „Römerstraßen und Kultplätze — Archäologische Wanderungen“ von Gut Rieden über die dortige Bahnüberquerung hinunter nach Petersbrunn. Diese Option könnte man also auch berücksichtigen, wenn man seine eigenen Schleifen durch das Gelände legt.

Beim Eintrag über Gauting war ich schon dabei einen Abschnitt in der Art „die Geschichte Gautings endete nicht mit den Römern“ zu bauen und zu erwähnen, was uns Peter Müller in der Kirche gezeigt hat. Ich habe das wegen dem wachsenden Umfang des Blog-Eintrags sein gelassen und stattdessen massiv BayernViewer-denkmal verwendet und die zahlreichen Rotflächen erwähnt. Ich hoffe das hat zum weiteren Herumklicken in Gauting und zum Nachsurfen angeregt. Wer alte Wallanlagen im Wald vorzieht, da habe ich den Schlossberg ausgelassen. Nach meinem Stand geht es dahin links im Bild 6 hoch. Auf der Strecke würmaufwärts kommt dieser Rastplatz direkt am Ende eines langen Lattenzauns, der bei einem Eingang zum „Reit- und Fahrverein Gauting“ beginnt.

Rastplatz an der Würm zwischen Gauting und Karlsberg unterhalb des Schlossbergs

Zur Strecke S-Bahnhof Gauting, Keltenschanze Buchendorf bis Villa rustica Leutstetten gab es eine VHS-Tour, die von dem im letzten Blog-Eintrag erwähnten Reinhard Falter geführt wurde. Vielleicht wird die wieder im nächsten Sommersemester angeboten. Von 2007 habe ich eine Notiz zu einer ebenfalls von Reinhard Falter geführten, „wasserorientierten“ Tour, die mit dem Startpunkt Gauting erst entlang der Würm bis zur Bethenquelle und von dort nach Widdersberg führte (kelto-romanischen Grabstein und Quellen). Dann weiter nach Andechs mit der Elisabethquelle (hier ein Blog-Eintrag über Andechs von Marcellina) und hinunter „zum südlichen Ende des Ammersees ins Vogelschutzgebiet, wo die Ammer in den See läuft“. In Herrsching kann man bei dieser Variante wieder in die S-Bahn einsteigen.

Jetzt noch zu unserer/meiner Tour. Wir sind Ende August den am Ende der Maxhofstraße in München-Fürstenried (Bild 1) beginnenden langen, meist geraden und flachen und gut ausgebauten Waldweg bis zu der östlich von Leutstetten wegführenden Straße geradelt, dann weiter zur Villa rustica, von dort zur Leutstettener St. Alto-Kirche und zum Hügelgräberfeld mit dem Grab der Seherin. Wir sind dann auf dem Rad- und Fußweg östlich der Würm nach Gauting gefahren und dort hoch nach Buchendorf und zurück. Ich bin Anfang Oktober via Maxhof wieder auf die lange gerade Waldstrecke, aber am Schnittpunkt mit der Via Julia in Bild 2 nach Buchendorf abgebogen. Von dort zum „Mittelpunkt des römischen Gauting“, dem Brandopferplatz, dann östlich entlang der Würm bis zur oben erwähnten Brücke über die Würm, Bethenquelle, Petersbrunn, wieder an der Bethenquelle vorbei zurück zum Aufstieg auf den Karlsberg. Vom Karlsberg aus habe ich die im Blog-Eintrag beschriebene Möglichkeit genutzt, zur östlich von Leutstetten wegführenden Straße zu radeln. Von der Straße bin ich dann wieder in den Waldweg zum Maxhof eingebogen. In diesen Waldweg habe ich an der Straße keinen Hinweisschild gesehen. Sofern die Beschilderung so bleibt, kann man sich daran orientieren, daß es am links hineinführenden Waldweg zuvor einen Schild „Buchendorf“ gibt. Außerdem sollte man an dem Waldweg nach kurzer Strecke links eine Sitzbank und die Informationstafel in Bild 7 sehen. Die Standortmarkierung am linken Rand der Karte kann man in Bild 7 erkennen.

Informationstafel über den Forstenrieder Park am Weg in Richtung Maxhof/München-Fürstenried

Wenn man auf der Straße weiterfährt, kommt man an eine Parallelstraße zur Autobahn, auf der ich ein paarmal zurück in Richtung München gefahren bin. Der Nachteil gegenüber dem Waldweg zum Maxhof ist, daß die Straße bis zur Autobahn öfters auf und ab führt und zudem relativ schmal und unübersichtlich ist und Autos auf ihr fahren. An der Stelle wäre noch die Möglichkeit zu erwähnen, daß man bei Oberdill die Autobahn unterqueren kann und durch den eingezäunten Teil des Forstenrieder Parks hinüber nach Baierbrunn oder Pullach kommt.