Mittwoch, 30. September 2009

Vandalen und Eiszeitkunst

Ich war einige Tage im Badischen und bin gleich zweimal ohne viel eigenes Zutun in Eiszeit-Sendungen des SWR gelandet, dazu noch eine Ausstellungsbesprechung in der Lokalzeitung. Also wenn man das irgendwie statistisch werten kann, dann müßten mittlerweile im Nachbarländle die meisten wissen, daß in Stuttgart die Ausstellung „Eiszeit – Kunst und Kultur“ begonnen hat.

Leider soll die Ausstellung schon am 10. Januar 2010 wieder zu Ende gehen. Wer die Austellung im Kunstgebäude Stuttgart am Schlossplatz mit der Ausstellung „Schätze des Alten Syrien – Die Entdeckung des Königreichs Qatna“ im Landesmuseum Württemberg kombinieren will, der muß zudem noch ein bisschen bis zum 17. Oktober warten.

Wegen der Laufnähe zum Hauptbahnhof empfiehlt sich die Anfahrt per Bahn. Eigentlich hatte ich dafür gute Voraussetzungen, weil ich zurück nach München von Karlsruhe mit dem Zug gefahren bin, aber so flexibel und anpassungswillig war ich dann doch nicht.

Bleibt noch das Werbeplakat für die am 24. Oktober 2009 im Badischen Landesmuseum Karlsruhe beginnende Ausstellung „Erben des Imperiums in Nordafrika - Das Königreich der Vandalen“ zu erwähnen, das ich im Karlsruher Hauptbahnhof gesehen habe.

Mainzauber im Keltenpark

Beim Lesen des Buchs über den römischen Limes in Bayern ist mir seinerzeit das vielfach wiederholte „Funde: Archäologische Staatssammlung München“ aufgefallen, dann und wann unterbrochen durch die Angabe eines örtlichen Museums.

Es spricht für die Qualität des Buches, daß einerseits angegeben wird, daß Funde entnommen wurden, und anderseits, wo die hingekommen sind. Es kann gut sein, daß schon diese beiden Informationen in der Bevölkerung vor Ort nicht mehr groß präsent sind. Diese Funde werden es oft nicht in eine Daueraustellung schaffen, geschweige denn in größerem Zusammenhang präsentiert werden. Zwischen dem Schicksal einfach so in einem Lager zu verschwinden und einem eigenen örtlichen Museum muß es eigentlich mehr geben, und diese Zwischenstufen sollten reichlicher genutzt werden.

Frau Dr. Elke Heinze beschreibt in ihrem Mainzauber-Blog mit dem Keltenpark in Hattersheim eine solche Möglichkeit: „Erstens will man die Erinnerung an das große keltische Gräberfeld bewahren, das sich während der Erschließung des Neubaugebietes dort ab 1999 auftat, zweitens ist es gleichzeitig Spazierweg, Kinderspielplatz und sogar Trimmpfad für Erwachsene.“

Dienstag, 29. September 2009

Prähistorische Jagdszene

Prähistorische Jagd in der afrikanischen Savanne

Wer sich um die arme Giraffe sorgt, der darf sich nach Aussage des Malers vorstellen, daß ihr bei dieser Aktion nichts passiert ist.

Freitag, 11. September 2009

Neues vom Forum Romanum im Deutschlandfunk

Im heutigen „Kultur-Heute“-Beitrag „Finanzen und Glückspiel im alten Rom - Neue Erkenntnisse zum Forum Romanum“ von Peter Meisenberg berichtete Klaus Stefan Freyberger vom Deutschen Archäologischen Institut in Rom von den Ergebnissen seines Forscherteams.

Im Beitrag dreht es sich vor allem um die Basilica Aemilia. Mehr Text zu der Basilika gibt es beim Deutschen Archäologisches Institut und in der Wikipedia, dort mit den Artikeln zur Basilica Aemilia und zum Forum Romanum.

Weitere Bilder vom heutigen Aussehen der Basilica Aemilia und dem Forum Romanum finden sich auf der Website Roma Antiqua. Dort gibt es auch einen interaktiven Übersichtsplan vom Forum, in dem man sich den im DLF-Beitrag genannten Bereich zwischen „Via Sacra und den Portiken der Basilica Aemilia“ ansehen kann.

Vom früheren Forum Romanum gibt es mehrere Rekonstruktionen im Netz. Die Wikipedia nennt zwei Beispiele, zum einen die Bilder eines von Robert Garbisch gebauten Modells, zum anderen das Digital Roman Forum von der University of California, Los Angeles.

Eine weitere Rekonstruktion gibt es auf der Website „Ewiges Rom“, ein aus einer Projektarbeit im Fach „Mediengestaltung“ an der TU Chemnitz hervorgegangenes mittlerweile privates Projekt. Und wenn man sich dann da überall schon auskennt und mehr von der Stadt sehen will bei „Rome reborn“, nach dem Spiegel-Online-Artikel „Digitales Stadtmodell: Zeitreise zu den alten Römern“ die bisher „größte und vollständigste Simulation einen historischen Stadt“.

Donnerstag, 10. September 2009

Keltischer Jahresausklang

Jahreszeitlich bedingt gibt es immer weniger größere Freiluftveranstaltungen. Zwei davon finden am übernächsten Wochenende statt.

Zum einen die „19. Europameisterschaft für prähistorische Jagdwaffen“ am 19. und 20. September 2009 auf der Heuneburg bei Hundersingen. Mehr zum „Reglément“ solcher Meisterschaften und zu Speerschleuder und Bogen sowie zahlreiche Bilder auf der Website „Prähistorisch Schießen“ von Werner Pleil, der nach dem Artikel der Schwäbischen Zeitung „Werner Pleil spannt den Bogen bis in prähistorische Zeit“ „die Europameisterschaften alle zwei Jahre auf die Heuneburg gebracht hat (im Wechsel mit Engen)“.

Der Fokus von Werner Pleil liegt offensichtlich mehr auf der Steinzeit als bei der Eisenzeit. Aber nach dem Programm auf der Heuneburg-Website kommen auch die Kelten nicht zu kurz: neben Führungen im Keltenmuseum Heuneburg in Hundersingen und im Freilichtmuseum auf der Heuneburg gibt es ein Abendessen auf der Heuneburg und die Möglichkeit, im (rekonstruierten) Wohnhaus oder Herrenhaus auf der Heuneburg zu übernachten.

Die zweite Veranstaltung ist das Keltenfest in Landersdorf bei Thalmässing am 20. September 2009. Veranstalter ist die Abteilung für Vorgeschichte der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V. und der Verein der Freunde der Vor- und Frühgeschichte Landersdorf. Angeboten werden laut Website der Naturhistorischen Gesellschaft „Rekonstruktionen und Darbietungen“, anhand derer sich die Besucher „ein Bild vom Alltagsleben der Menschen von der Jungsteinzeit bis in die Eisenzeit machen“ können und „speziell für das Keltenfest gebrautes Bier und die beliebten ´Keltenwürste´, oder Kaffee und Kuchen“.

Schließlich will ich nochmal auf den „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag hinweisen. Die bei meiner seinerzeitigen Empfehlung erwähnte Himmelfahrtskirche ist heute sogar mit dem Beitrag „Was ist hier drin? Sendlinger öffnen die Kartusche aus dem Kirchturm“ auf der Titelseite des „Sendlinger Anzeiger“. Bei Sanierungsarbeiten am Kirchturm wurde eine verschlossene Kartusche mit bislang noch unbekanntem Inhalt gefunden, die am Sonntag nach dem Gottesdienst beim Frühschoppen geöffnet wird.

Freitag, 4. September 2009

Stonehenge-Klone

Das „Stonehenge in Niederbayern“ ging schon vor längerer Zeit durch die Medien, von dem hatte ich gehört. Daß es eine regelrechte Clonehengeitis gibt, habe ich erst heute durch den „Klonhenge“-Eintrag in Peter Glasers Blog „Glaserei“ mitbekommen.

Peter Glaser reicht einen Link zum „Weburbanist“ an uns weiter, der „20 Creative Recreations of Stonehenge“ zur Besichtigung anbietet.

Sucht man mit „Clonehenge“ bei Google, dann gibt es fast 6000 Ergebnisse, darunter einen „Clonehenge blog“. Dort finde ich das „Mosaic Fruit Jelly Stonehenge“ seeehr interessant. Und sogar die nahe München gelegene Therme Erding ist mit ihrem Stonehenge-Nachbau in diesem Blog vertreten.

Gut, jetzt warten wir bis in der Oberpfalz die „Glyptothek Etsdorf“ gebaut ist, und dann schau'n mer mal, ob überall eine Tempel-Klonitis folgt.

Donnerstag, 3. September 2009

Wenn es regnet

Zumindest für den Start in das Wochenende sagt die gerade gesichtete Wettervorhersage Regenschauer oder Regen voraus. Wer einen Zeitvertreib braucht:

Nach BR-online ist heute abend um 21:15 Uhr Thomas Fischer im Bayerischen Fernsehen mit Schmidt Max auf den Spuren der Römer am bayerischen Limes.

Bei Sueddeutsche.de findet sich ein Interview mit Josef Löffl von der Universität Regensburg über die Experimentalarchäologie: „Verschlissen im Römeralltag“. Neben dem Interview stehen Links zu weiteren Archäologie-Beiträgen in der Süddeutschen, etwa zu der gerade durch die Medien gegangenen römischen Reiterstatue von Waldgirmes.

Etwas gruselig, aber mit Zeichnungen und Fotografien gut gemacht, kann man sich über einen antiken Giftgasangriff von Persern auf Römer informieren. Sehr lesenswert ist auch „Bier vor 3000 Jahren“ über das Bier im im antiken Mesopotamien. Der Beitrag stützt die weitverbreitete These, daß es sich beim Bier um ein Grundnahrungsmittel handelt.

Eine Verprobung müßte sich beim diesjährigen Thema „Historische Orte des Genusses“ doch sicher gut in das Programm des Tags des offenen Denkmals am 13. September 2009 einarbeiten lassen.

Über den Fund 4000 Jahre alte Gräber aus der Steinzeit bei Oberickelsheim berichtet der Mainpost-Artikel „Knochenarbeit an der Bundesstraße“.

An zahlreichen weiteren Grabungsaktivitäten lässt der Schauhütte-Blog teilhaben, der jüngste Eintrag berichtet von festgestellten keltischen Siedlungsaktivitäten bei Illschwang-Neuöd.

Schließlich noch ein Link zum Blog „AWOL - The Ancient World Online“ von Charles Ellwood Jones mit Lesestoff ohne Ende, meist auf Englisch:„The primary focus of the blog will be notice and comment on open access material relating to the ancient world, but I will also include other kinds of networked information as it comes available.“. Der aktuelle Beitrag „Open Access Books: Digitale Sammlungen Archäologie und Ägyptologie: UB Heidelberg“ hat aber einen Schwerpunkt auf deutschen Texten und ist auch schon sehr ergiebig.