Sonntag, 25. September 2016

Wandernde Zinnfigurenlegion, zurzeit in Osterburken

„Wir sind Legion“ - ok ok, Regensburg war mal Legionsstandort, dann mögen die Regensburger gern auch Legion sein. Ich glaube ich habe Hinweise auf diese Ausstellung in Regensburg gesehen, aber nicht weitergeklickt.

Nun bin ich im „Modellversium Online Modellbau Magazin“ via Nachsehen, ob es da den Limes-Eigenbau von Lars und Sven Modrzik noch gibt (diesen Limes-Eigenbau hatte ich 2009 mal erwähnt), auf einen von Gertrud und Wolfgang Hartung reich bebilderten dreiteiligen Bericht von dieser Regensburger Ausstellung gestoßen („Wir sind Legion“ Teil 1, Teil 2, Teil 3).

Diese Ausstellung ist etwas ganz Besonderes“ - ich zitiere Wolfgang Hartung inklusive seiner Texthervorhebung. „Bereits im ersten Raum zeigt ein Schaukasten die gewaltige Dimension einer Legion in Schlachtordnung, dargestellt mit ca. 5400 1:72er Zinnfiguren, alle sehr detailliert und historisch genau bemalt.“ usf. Also das war sicher eine sehr sehenswerte Ausstellung in Regensburg, die aber Anfang dieses Jahres schon zuende gegangen ist.

Wer die Ausstellung verpasst hat, wer bislang wie ich nicht viel mitbekommen hatte von dieser Ausstellung: dahinter steht ein Projekt, näheres dazu auf der Website von Thomas Kurtz. Den „Referenzen“ auf der Website kann man entnehmen, wo Ausstellungsstücke des Projektes derzeit zu sehen sind oder wo sie noch zu sehen sein werden. Die Zinnfigurenlegion sollte noch bis zum 30.10. in Osterburken stationiert sein.

Dienstag, 6. September 2016

Neues vom Karlsgraben (Fossa Carolina)

Der Karlsgraben bezeichnet einen zur Zeit Karls des Großen gebauten Kanal zwischen der Schwäbischen Rezat und der Altmühl, um die Flusssysteme von Rhein und Donau miteinander zu verbinden. Bis Ende 2018 läuft ein sechsjähriges Forschungsprojekt, das die letzten Jahre für Meldungen gesorgt hat. Nun berichtete man vom „Nachweis des nördlichsten Teils des Karlsgrabens“. Und der Bayerische Rundfunk hat dazu einen sehenswerten dreiminütigen Film von der Grabung gedreht.

Man hat jetzt archäologisch nachgewiesen, daß der Kanal weiter in den Norden ausgeschachtet war, als man sich das früher gedacht hat, nämlich bis unmittelbar an den Bachlauf der Rezat. Außerdem hat man nun eine Vorstellung, wie dieser Kanalteil ausgesehen hat. Der deutlich schlechtere Ausbau des Kanals unmittelbar an der Rezat lässt allerdings noch Interpretationsspielräume offen, ob der Kanal früher einmal wirklich seinen Dienst erfüllt hat. Man wird in den nächsten Jahren weiter mit interessanten Ergebnissen rechnen dürfen.

Karlsgraben (Fossa Carolina)

Wer statt dem Mittelalter meinen Zeitbereich „graue Vorzeit bis Spätantike“ bevorzugt: die kurze Besichtigung der im Bild gezeigten Kanalreste beim Ort Graben bei Treuchtlingen kann man sehr gut mit dem Besuch von Weißenburg verbinden.

Meinen verlinkten Weißenburg-Eintrag habe ich seinerzeit mit zwei Zeitungsartikeln eingeleitet, die heute nicht mehr zugreifbar sind. Das brachte zwar aktuelle Informationen zur Situation in Weißenburg, aber nun hängen meine „Römer-Touristen“ in der Luft. Diese Bezeichnung stammt aus den Artikeln. Damals als ich den Eintrag schrieb gab es noch kein Leistungsschutzrecht für Presseverleger, mittlerweile schon. Ich überlege mir, nach und nach die alten Presseverweise verschwinden zu lassen.

Die Tage kam die Meldung: „EU-Kommissar Oettinger will EU-Leistungsschutzrecht bis Ende 2017“. „Der Kreativsektor ist für mich eine Priorität“ soll Günther Oettinger gesagt haben. Wo die Prioritäten selbst angesichts der schlechten wirtschaftlichen Situation vieler Autoren liegen, kann man derzeit bei der Verteilung der Kopiervergütung beobachten: „Sind die Autoren so reich, dass sie ihr Geld verschenken können?“.

Freitag, 26. August 2016

Graben in Sulzfeld im Grabfeld?

Vor 10 Tagen gab es im Bayerischen Rundfunk einen kurzen Filmbericht über ein Neubaugebiet in einem Ortsteil der Gemeinde Sulzfeld im Grabfeld mit umfangreich entdeckten Bodendenkmälern, zeitlich beginnend mit einer Siedlung aus der Jungsteinzeit. Auf das Video kann man aktuell noch zugreifen (wenn die BR-Beiträge dann mal „depubliziert“ werden, nehme ich die unterlegten Links raus).

Ich zitiere aus dem BR-Bericht: „Für Archäologen eine kleine Sensation. Für den Bürgermeister eine große Katastrophe. Das Gelände professionell zu sondieren würde etwa eine halbe Million Euro kosten. Zu teuer für die kleine Gemeinde. Doch Not macht ja bekanntlich erfinderisch.“ Und dann das Angebot des Bürgermeisters Jürgen Heusinger an Hobbyarchäologen, gegen Kost und Logis als Ausgräber tätig zu werden.

Falls Jürgen Heusinger das „sagen darf“. Durfte er wohl nach Ansicht des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege nicht. In einer auf einen Tag später datierten BR-Webseite wurde neben obigem Video ein über weite Strecken gleicher Radiobeitrag eingebunden, in dem zusätzlich noch die Behördensicht enthalten ist, nach der die Ausgrabung auf jeden Fall durch Profis durchgeführt werden muss. Im Text auf der Webseite ist nur noch von der Einladung Jürgen Heusingers an Universitäten zu lesen, die Ausgrabung zu organisieren und durchzuführen.

Wie die Sache auch ausgeht, etwas mehr Transparenz wäre generell nicht schlecht. In meinen Bloggerjahren bin ich darauf gestoßen, daß früher bayerische Vereine graben durften und das nun nicht mehr dürfen. Warum jetzt ein Vereinsausflug zum Ausgraben in Sulzfeld nicht mehr geht, weiß ich nicht. Ich kenne keine in das Netz gestellte Diskussion zwischen Vereinen und Behörde. Im letzten Eintrag habe ich die Tour mit den Limes-Cicerones erwähnt. Zu der Zeit gab es eine Notgrabung, bei der ein paar Limes-Cicerones zum Scherbenwaschen eingesetzt wurden. Und von 1-Euro-Jobbern und von Ehrenamtlichen auf Ausgrabungen habe ich auch schon gehört. Ich hatte auch mal 2009 etwas über ein Ausgrabungsurlaub-Angebot im Blog und jetzt nachgesehen. Der Link zum Anbieter funktioniert immer noch und man hätte auch in diesem Jahr wieder eine Ausgrabung buchen können. Also warum dürfen in Sulzfeld keine Laien unter fachlicher Anleitung graben? Es mag ja für alles vernünftige Gründe geben. Aber wie gesagt, etwas mehr Transparenz wäre auf jeden Fall nicht schlecht.